Hippotherapie

Hippotherapie Info

WAS IST HIPPOTHERAPIE?

Unter Hippotherapie versteht man eine spezielle physiotherapeutische Maßnahme, die bei behinderten und kranken Personen das Pferd und dessen dreidimensionale Rückenbewegung unter medizinischen Gesichtspunkten einsetzt.

Der direkt auf dem warmen, bewegten Pfederücken sitzende Mensch muss ständig auf dessen Bewegungen reagieren.
Die Therapeutin achtet besonders auf die Stellung und Mobilität des Beckens, des Rumpfes und der Extremitäten. Durch diese rhythmischen, sich ständig wiederholenden Bewegungen wird der Muskeltonus (= Spannungszustand der Muskulatur) günstig beeinflusst.
Keine andere physiotherapeutische Behandlung bietet die Möglichkeit, sich in aufrechter Haltung mit fremden Beinen durch den Raum bewegen zu können!
So können Bewegungsabläufe gelernt und geübt werden. Gleichgewicht, Koordination, Atmung und natürlich die gesamte Sensorik und Psyche werden in der Hippotherapie angesprochen.

WER DARF HIPPOTHERAPIE DURCHFÜHREN?

Ausschließlich diplomierte PhysiotherapeutInnen mit abgeschlossener Zusatzausbildung in der Hippotherapie. Diese Behandlung muss ärztlich verordnet, für den Patienten individuell angepasst und dem Therapieplan entsprechend aufgebaut sein.

WER BRAUCHT HIPPOTHERAPIE?

Kinder und Erwachsene, vor allem mit:

> Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems

(z.B: Cerebralparese, Multiple Sklerose, Querschnittlähmung,…)

> Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapperates

(z.B: Bandscheibenprobleme, Skoliose, Haltungsschwäche,…)

> Muskel- und Stoffwechselerkrankungen

 

Was ist Therapeutisches Reiten?

Das Pferd – bewährter Freund, Helfer und Sportkamerad des Menschen seit Jahrhunderten – arbeitet auch sehr erfolgreich als Partner in der Behandlung von Kranken und Behinderten. Dafür wird es natürlich speziell ausgebildet, an Rollstühle, Aufstiegshilfen und vieles mehr gewöhnt und auf besondere Führungsmethoden geschult. „Therapeutisches Reiten“, als Oberbegriff verstanden, gliedert sich in 4 Fachbereiche, die sich zwar prinzipiell unterscheiden, oft aber sehr ineinander übergehen:

Medizin

Hippotherapie – hippos (griech.) = das Pferd – ist eine ärztlich verordnete, von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung für Hippotherapie durchgeführte ergänzende neurophysiologische Behandlungsmethode, welche die dreidimensionale Bewegung und Schwingung des Pferderückens in der Gangart Schritt ausnutzt. Durch diese Impulse kommt es zu einer Normalisierung der Muskelgrundspannung, zur Förderung von Beckenbewegungen, zur Verbesserung von Rumpf- und Kopfkontrolle sowie des Gleichgewichts und zu einer Schulung des Bewegungsgefühls (der Rumpf reagiert wie beim gehen). Besondere Übungen sind nicht erforderlich, vielmehr soll sich der Patient möglichst gut an die Pferdebewegungen anpassen. Vom Pferd ausgehende zusätzliche Impulse (z.B. Tempovarianten im Schritt, gebogene Linien, Seitengänge, Schritt-Halt) können ausgenutzt werden. Voraussetzung für die Hippotherapie sind der erforderliche Spreizsitz und (beim Erwachsenen) die Kopf- und Rumpfkontrolle.

Sport

Beim Reiten und Fahren als Präventions-, Rehabilitations-, Freizeit- oder Leistungssport für Menschen mit Behinderung übernimmt das Pferd das Sich-Bewegen für den Bewegungsgestörten und ermöglicht ihm so die Teilnahme an Spiel und Sport. Es ist sowohl körperliches Training, als auch eine entscheidende Hilfe für die psychologische und geistige Verfassung des Patienten im Hinblick auf positives Annehmen und Überwinden einer Behinderung.

Pädagogik

Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren sind Förderungsmaßnahmen, die durch zusätzlich ausgebildete Pädagogen oder Psychologen bei verhaltensauffälligen, lern- und geistig behinderten Menschen und psychisch kranken Personen eingesetzt werden. Das Pferd wirkt als Erziehungshelfer und Partner in der Gruppe. Die Patienten erleben Motivation, Leistungssteigerung, Aufbau von Konzentrationsfähigkeit und Selbstwertgefühl, Abbau von Aggression, ein gegenseitiges Sich- Annehmen und Lebensfreude.

 

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